Hauttyp und Pflege
Hautpflege ist das A und O zur gesunden Haut. Dazu braucht es nicht so viel, wie die Werbung sie glauben machen will.
Glauben sie Heilsversprechen der Kosmetika und Cremes nicht! Wahr ist, dass ein erheblicher Profit mit übertriebener Anwendung von Pflegeprodukten gemacht wird. Fast nichts, was als bahnbrechendes Ergebnis aus der Forschung beworben wird, wurde einmal unabhängig geprüft. Trotzdem gibt es - unabhängig vom Preis - nützliche Produkte, um ihre Haut zu pflegen.
Doch wie viel Pflege ist genug? Welche Cremes schaden der Haut mehr, als zu helfen? Sollte Frau Kosmetika überhaupt nutzen und wenn ja, was macht sie schädlich?
Wir werden ein wenig Licht in die Sache bringen und ihnen einige Ratschläge für ihre individuelle Hautpflege geben.
Welche Hauttypen gibt es und welche Bedeutung haben sie?
In der Medizin werden sechs Hauttypen unterschieden. Die Einteilung stammt vom amerikanischen Hautarzt Thomas Fitzpatrick und bezieht sich auf die Farbe der Haut. Typ I ist der hellste, keltische Hauttyp, Typ IV der dunkelste von Afrikaner südlich der Sahara. In Deutschland herrscht der Mischtyp III vor.
Die Farbe der Haut hängt mit dem Gehalt am Hautpigment Melanin zusammen. Dieses wird bei Sonnenstrahlung gebildet, um die Haut vor krebserregenden UV Strahlen der Sonne zu schützen.
Helle Haut bräunt nicht in der Sonne, sie wird schnell rot. Ein Mensch mit Hauttyp I kann nur 10 - 20 Minuten in der Mittagssonne bleiben, bis die Haut anfängt zu verbrennen.
Des weiteren ist der helle Hauttyp (meist mit roten Haaren) anfälliger für Allergien und die Neurodermitis. Beides kann aber auch bei anderen Hauttypen auftreten.
Welche Seife eignet sich gut zur Körperpflege?
Für schonende tägliche Körperpflege ist wichtig, ob ihre Haut eher trocken oder fettig und ob sie besonders reizbar ist.
Grundsätzlich empfehlen wir die Haut morgens und abends zweimal mit Wasser und passenden Seifen oder Syndets (= Flüssigseifen) zu waschen. Bei normaler Haut, ohne Allergien etc. können Sie mit pH neutralen Mitteln nichts verkehrt machen.
PH neutral bedeutet weder sauer noch alkalisch, im chemischen Sinne. Einfach gesagt schwächt eine Seife je mehr ihre Hautschutzschicht und reizt die Haut stärker, je alkalischer sie ist, je höher also der pH ist. Der Haut-pH ist bei 5,5 der der meisten Seifen bei 8, der neutrale pH bei 7, also auch noch leicht reizend. Darum empfehlen wir für empfindliche Haut hautneutrale Mittel mit einem pH von 5,5.
Gegen trockene Haut helfen Reinigungsöle . Diese werden nach Abduschen der Haut aufgetragen und dann warm abgespült. Der Effekt der Körperpflege ist am größten, wenn Sie die Haut danach nur trocken tupfen, um einen leichten Ölfilm auf der Haut zu lassen.
Ähnlich gut wirken Ölbäder, die aber höchstens zwei mal pro Woche genossen werden sollten, da Bäder die Haut austrocknen. Einfach ist das "Kleopatrabad", für das Sie keine Ziegenmilch wie die Kaiserin brauchen. Mischen Sie einfach Milch und Olivenöl im Verhältnis 10 zu 1 und machen sie es sich gemütlich.
Bei fettiger Haut ist regelmäßiges Duschen und Baden mit nicht fettenden Syndets wichtig. Wenn die Haut zu einem Fettfilm neigt sollte dieser durch häufiges Duschen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Die Haut wird durch zu viel Wasser quasi ausgetrocknet.
Ähnliche Effekte haben Feutigkeitscremes bzw. fettende Cremes(s.u.).
Welche Creme ist für die Hautpflege zu empfehlen?
Cremes werden von fast allen Frauen tagsüber, manchmal auch Nachts für eine volle Haut genutzt.
Der gewünschte Effekt besteht in einer Anreicherung der obersten Hautschicht mit Wasser. Trockene Haut verliert dieses schnell. Wasser auf der Hautoberfläche trocknet sie paradoxer Weise aus. Der Hautschutz lässt das Wasser nicht eindringen und die Verdunstung entzieht der Haut noch mehr Flüssigkeit.
Welche Creme nun die Richtige ist, hängt davon ab, ob sie trockene Haut besitzen und ob sie die richtige Creme zu finden. Denn der individuelle Effekt einer Creme lässt sich weder am Preis noch an den zahlreichen Zusatzstoffen wie Vitaminen oder Betacarotinen fest machen. Sie dürfen ausprobieren.
Feuchtigkeitslotionen und Feuchtigkeitsmilch haben einen hohen Wasseranteil und führen dadurch zur Austrocknung. Für fettende Haut die gewünschte Wirkung, bei trockener Haut sollten Sie auf darauf verzichten. Fettende Cremes wirken gut, da sie Feuchtigkeitsverluste verhindern. Die Anwendung ist vielen Frauen wegen der Schmiererei unangenehm, weswegen diese Cremes meist nachts Verwendung finden. Sie sind komedogen, d.h. sie begünstigen Akne. Sollten Sie zu Akne neigen, verzichten sie besser auf fettende Cremes.
Lotionen mit Aloe Vera, Harnstoff(Urea), Milchsäure, Hyaluronsäure, Glycerin, etc. ziehen Wasser aus der Luft und der Unterhaut in die oberen Hautschichten, um die Haut anzufeuchten. Auch diese sollten bei trockener Haut getestet werden.
Grundsätzlich empfehlen wir bei Cremes nicht zu viel auf Werbung zu achten, sondern darauf welche Creme ihrer Haut gut tut. Studien haben ergeben, das die größte Wirkung in der Basis der Creme liegt , die sich bei einzelnen Produkten kaum unterscheidet. Die angepriesenen Zusatzstoffe sind in zu kleinen Mengen enthalten, um große Wirkung zu entfalten.
Worauf sollte ich beim Kauf von Kosmetika achten?
Zuerst auf die Reaktion ihrer Haut. Kaufen Sie nicht die Katze im Sack, sondern nutzen sie Probierheftchen, - tübchen, - tütchen, dafür sind sie da. Schauen Sie selbst, ob sie in Punkto Hautpflege und Farbe zufrieden gestellt werden oder zu dunkle Lippen, trockene Haut und Akne das Ergebnis sind.
Wenn Sie zu letzterer Neigen vermeiden sie komedogene Produkte mit hohem Fettanteil.
Glauben Sie nicht der Kosmetika Werbung sondern ihrem Gefühl, weder teuer noch mehr ist besser.
Glauben Sie nicht daran, dass ihre Haut von aussen Vitamine, Kollagen, Proteine oder sonstige Nährstoffe erreichen würden, die kommen nur über das Blut an.
Sollten sie an ein Kosmetikprodukt geraten sein, dass ihre Haut reizt oder nicht gewünscht verschönert, geben sie es zurück. Das dürfen Sie bei Kosmetika genau wie bei nicht passenden Schuhen.
Worin kann "natürliche Hautpflege" bestehen?
Models schwören auf größere Mengen Mineralwasser zur Hautpflege - und sie haben Recht damit. Wie oben berichtet entsteht trockene Haut durch Austrocknung der oberen Hautschicht. Die können sie durch Trinken auffüllen.
Es gibt Produkte, die mit dem Etikett "natürliche Hautpflege" beworben werden.
Hierzu ist zu sagen, das "natürlich" als Gegenpol zu chemisch nicht automatisch besser und heilsamer bedeutet. Fliegenpilze wachsen natürlich am Wegesrand, aber wer würde sie deswegen essen?
Es gibt viele pflanzliche Bestandteile wie Aloe Vera und Arnica, die nachweisbar heilsame Wirkung haben, aber meist zu niedrig dosiert in Kosmetik vorkommen, um zu wirken.
Sie sollten auch hier nicht zu tief in ihre Geldtasche greifen, wenn sie dieselbe Wirkung auch mit billigeren Produkten erzielen können.
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