Condylome und Feigwarzen
Feigwarzen, auch Kondylome oder Condyloma acuminata genannt sind Warzen im Intimbereich. Wie Feigwarzen erworben und übertragen werden und welche Therapien gegen diese Warzen helfen zeigen wir ihnen hier.
Wie entstehen Feigwarzen?
Feigwarzen, medizinisch Condyloma acuata („spitze Condylome“), sind durch das Humane Papillomavirus (HPV) übertragene Warzen. Sie treten fast immer im Genitalbereich (Eichel, Schamlippen, Scheide, Vorhaut) oder um den Anus herum auf.
Das Virus wird beim Geschlechtsverkehr übertragen und regt die Hautzellen zur Vermehrung an. Ein bis sechs Monate manchmal auch Jahre nach der Übertragung entstehen zuerst kleine weder juckende noch schmerzende Knoten. Aus Scham warten viele Patienten während diese weiterwachsen bis sie anfangen zu nässen, um sie einen Arzt aufsuchen. Die bis zu Zentimeter große Warze wird , auch wenn es sich um ein gutartiges Geschwulst handelt, Buschke-Löwenstein-Tumor genannt.
Wie werden Feigwarzen übertragen?
Das Papillomavirus wird fast immer beim Geschlechtsverkehr übertragen. Jährlich erkranken ca. 100.000 Menschen in Deutschland daran. Ein bis zwei Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung sollen infiziert sein.
Ca 75-80 % der Menschen machen in ihrem Leben eine unbemerkte Papillomainfektion durch. Dies lässt sich aus Abwehrmolekülen (Antikörpern) gegen HPV in Blutproben schliessen.
Es sind Fälle von jungfräulichen Frauen mit Feigwarzen bekannt geworden, weswegen auch die indirekte Übertragung , z.B. über Türklinken etc. nicht ausgeschlossen werden kann. Dies ist aber die Ausnahme.
Kann ich mich beim Verkehr gegen Feigwarzen schützen?
Das Infektionsrisiko kann durch den Gebrauch von Kondomen um ca 70% im Jahr gesenkt werden. Da die Viren über Hautkontakt und nicht über die Körperflüssigkeit übertragen werden, ist auch mit Kondom ein hundertprozentiger Schutz unmöglich.
Sind Feigwarzen gefährlich?
Direkte Gefahr liegt im Aufbrechen und starkem Bluten der Warzen. Die Blutung kann meist einfach gestillt werden, 30% der Condylome heilen von selber ab.
Schlimm ist die psychische Belastung durch die Entstellung des Intimbereiches. Die wächst mit der Warze. Deswegen sollte mit der Therapie nicht gezögert werden.
Schon seit langem bekannt ist, dass der Gebärmutterhalskrebs der Frau von den HPV Viren verursacht wird. Sie sollten Neubildungen im Genital - und Analbereich unbedingt ihrem Dermatologen oder Gynäkologen zeigen. Eine Untersuchung von Proben im Labor kann die Infektion mit HPV ausschliessen.
Auch beim Mann ist eine Entartung möglich aber sehr selten.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Das Schema einer Therapie ist immer gleich:
- Entfernung der sichtbaren Condylome
- Bekämpfung unter der Haut gebliebener Viren
Der zweite Punkt macht die größten Probleme, da z.B. bei Warzen am Penis keine Viren im Afterbereich ausgeschlossen werden können. Es ist deshalb wichtig, das Sie nach erfolgreicher Behandlung alle 3-4 Monate zur Kontrolle gehen.
An Verfahren, die Feigwarzen zu Entfernen gibt es:
- Das Ätzen der Warzen mit Säure wie z.B. Trichloressigsäure, Podophyllin, Podophyllotoxin, Condylox.
- Die Zerstörung von Papillomaviren durch Cremes, z.B. Aldara, Wartec, Imiquimod, Cidofovir
- Die Operative Entfernung der Feigwarzen in Lokalanästhesie. Hierbei kommen CO² oder Erbium Laser, Strom oder klassische Skalpelle zum Einsatz.
- Die Warzen können per Kyrotherapie vereist werden. Am After eine sehr wirksame Therapie, die mehr Zeit zur Heilung braucht.
- Beim Mann kann die Vorhaut entfernt werden
- In seltenen Fällen kann eine Interferontherapie sinnvoll sein
Zusätzlich sollten begünstigende Faktoren ausgeschaltet werden. Dazu gehören Ausfluss, hoher Blutzucker, Hämorrhoiden und eine enge Vorhaut.
Was kann ich tun, um die Therapie zu unterstützen?
- Benutzen Sie auch noch drei Monate nach der Therapie ein Kondom beim Verkehr. Erst dann ist sicher, dass keine mikroskopisch kleinen Condylome zurückgeblieben sind.
- Lassen Sie ihren Partner mituntersuchen und - behandeln um einen Ping – Pong Effekt aus zu schliessen. So nennt man eine Infektion, die zwischen behandeltem und unbehandeltem Partner hin und her "springt"
- Verzichten Sie auf Haut reizende Badezusätze und Seifen für den Intimbereich
- Vermeiden Sie während der Therapie Tätigkeiten, die das Abwehrsystem schwächen, z.B. übermäßigen Sport, Alkohol - oder Drogenkonsum. Stärken Sie es besser durch ausreichenden Schlaf und ausgeglichene Ernährung.
Wie steht es mit der Impfung gegen Papillomaviren?
Frauen können sich gegen die gefährlichsten Stämme des HPV Virus (HPV16 und HPV18) impfen lassen. Der Impfstoff Gardasil schützt sie zu 100% vor einer Infektion. Die Krankenkassen bezahlen die Impfung für Mädchen im Alter von 12-17 Jahren. Sie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.
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