Hautkrebs
Hautkrebs ist die häufigste Krebsart. Hautkrebs wird fast immer durch UV Strahlen ausgelöst, aber nicht alle Arten sind gefährlich. Die häufigsten Hautkrebsarten sind Basaliom (Basalzellkrebs), Spinaliom (Stachelzellkrebs) und Melanom, auch weisser und schwarzer Hautkrebs genannt. Wie und wo Hautkrebs entsteht und behandelt wird wird hier beschrieben. Wie Sie sich schützen und vorbeugen können erfahren Sie hier (Hautkrebsvorsorge Muttermale).
Wie unterscheiden sich die verschieden Hautkrebs Typen und wie entsteht Hautkrebs?
Hautkrebs entsteht, weil sich Gene von Hautzellen durch Jahre lange UV Bestrahlung verändern. Reperaturmechanismen können dies lange ausgleichen, aber mit zunehmendem Alter lassen die Möglichkeiten nach. Wenn ein bestimmtes Gen ausfällt, enthemmt das Wachstum der Zellen und sie wuchern an Ort und Stelle. Wenn Tumorzellen Lymph - oder Blutgefässe durchbrechen, gelangen sie zu den Organen und bilden Tochtergeschwulste (medizinisch Metastasen)
Besonders schädlich für die Haut ist die Mittagshitze, gerade in heisseren Regionen, weil um 12 Uhr die Sonnenstrahlen am stärksten gebündelt sind. Chronische Sonnenbestrahlung führt eher zu weissem Hautkrebs, häufiger und ausgeprägter Sonnenbrand zu schwarzem Hautkrebs. Während ersterer eher an Sonnen beschienen Körperstellen wächst, kommen Melanome auch an ganz anderen Stellen wie den Zehenzwischenräumen und den Schleimhäuten im Mund vor.
Achten Sie zum Schutz gegen Hautcremes immer auf ausreichenden Sonnenschutz(s.u.), baden sie nicht übermäßig in der Sonne und halten sie sich von Sonnenstudios fern.
Die drei häufigsten Hautkrebstypen sind Basaliom, Spinaliom und Melanom in ansteigender Gefährlichkeit. Basalzellkrebs metastasiert fast nie, schwarzer Hautkrebs sehr schnell.
Wie häufig tritt Hautkrebs auf?
Hautkrebs als Gruppe ist die häufigste Krebsart, Tendenz steigend. Mit der Schwächung der Ozonschicht beträgt die jährliche Steigerungsrate momentan 7%. Spinaliom und Basaliom machen zusammen 15% aller bösartigen Tumoren aus. Sie sind im Vergleich zu anderen aber sehr gut zu behandeln sind. Ihre Mortalität, also das Risiko an ihnen zu versterben beträgt 0,08% (Basaliom) und 0,34% (Spinaliom) . Zum Vergleich, die Mortalität des Melanoms liegt im Schnitt bei 1-2%.Die Heilungsaussichten bei fortschreitender Erkrankung nehmen beim schwarzen Hautkrebs rapide ab.
Es ist beruhigend, dass die wenigsten Fälle von Hautkrebs maligne Melanome sind. Am schwarzen Hautkrebs erkranken ca. 7000 Menschen pro Jahr in Deutschland (10 auf 100.000 Menschen/ Jahr). Basaliom und Spinaliom, als weisser Hautkrebs zusammengefasst, werden pro Jahr bei ca 120.000 Menschen diagnostiziert. In beiden Fällen ist die Erkrankungsrate in südlichen Ländern viel Höher. In Australien erkranken durchschnittlich fünf mal mehr Menschen pro Jahr an Hautkrebs.
Bekommen Menschen mit dunkler Hautfarbe Melanome?
Dunkelhäutige Menschen bekommen ca. 6 mal seltener Melanome als hellhäutig. Diese sind aber schwieriger zu diagnostizieren, da sie meist an wenig pigmentierten Stellen auftreten, die nicht der Sonne ausgesetzt sind. Dazu gehören Hand und Fußflächen, aber auch Schleimhäute. Im inneren des Körpers, wie z.B. im Mund - und Rachenraum so wie an den Hirnhäuten befinden sich ebenfalls Melanozyten, welche entarten können. Solche Melanome werden oft erst in der Obduktion diagnostiziert.
Was sind Sonnenwarzen?
Sonnenwarzen (medizinisch aktinische Keratose) sind die Vorstufen zu Spinaliomen. Sie kommen häufig vor, zehn Millionen Deutsche sollen einen tragen. Zehn Prozent entwickeln sich über 2-72 Monate zu Stachelzellkrebs. Sie schmerzen nicht und entstehen meist nach dem fünfzigsten Lebensjahr. Die Haut rötet sich und schuppt an einer umschriebenen Stelle. Mit der Zeit kann diese sich gelb färben und verkrusten.
Sonnenwarzen sind nicht gefährlich, sollten aber sicherheitshalber entfernt werden. Hierzu stehen neben operativen Verfahren und Laserbehandlung auch Vereisung, Verätzung, Photodynmische Therapie, Cremes (z.B. Solaraze) und Peeling zur Verfügung. Bei der Behandlung wird immer eine Hautprobe entnommen, um Spinaliome auszuschliessen.
Wie werden Spinaliome therapiert?
Stachelzellkrebs wird mit Sicherheitsabstand entfernt. Dies ist wichtig, da sie in seltenen Fällen metastasieren. Sind sie kleiner als ein Zentimeter ist die Heilungsrate fast 100% . Bei größeren Spinaliomen kann eine Streuung nicht sicher ausgeschlossen werden.
Manchmal muss darum eine Chemotherapie oder Bestrahlung gemacht werden.
Normalerweise reicht es, sie in lokaler Betäubung mit dem Skalpell zu entfernen. Die Probe wird danach mikroskopisch untersucht, um sicherzugehen ob der Tumor restlos entfernt wurde. Nach der Entfernung müssen Sie zuerst vierteljährlich, später halbjährlich zur Nachuntersuchung kommen.
Wie werden Basaliome behandelt?
Wie ein Spinaliom wird auch Basalzellkrebs mit Abstand herausgeschnitten. Basaliome streuen noch seltener als Spinaliome, dafür wachsen sie öfter in die Tiefe.Es ist wichtig, unter dem Mikroskop zu prüfen, ob mit dem Schnitt alle bösartigen Zellen entfernt wurden.
Der Basalzellkrebs ist die häufigste Hautkrebsart. Er entsteht wie Spinaliome durch häufige Sonnenbäder. Früher kam er nur bei über fünfzig Jährigen vor. Da gebräunte Haut im Trend ist, sieht man Basaliome heute auch bei jüngeren.
Basalzellkrebs ensteht aus bösartig veränderten Haarzellen. Er wächst fast immer oberhalb der Gürtellinie, wo die Haut am meisten der Sonne ausgesetzt wird. Es gibt verschiedene Typen von Basaliomen. Allen gemeinsam ist ein Randwall um eine flachere verhornten Mitte.
Die Gefahr von Metastasierungen ist sehr niedrig. Deswegen wird das Basaliom auch semi maligner Krebs (halb bösartig) genannt. Das täuscht darüber hinweg, dass Basaliome an Ort und Stelle zerstörend wuchern können. Wenn sie rausgeschnitten werden, sind Sie dafür geheilt.
Ähnlich wie bei aktinischer Keratose kann es sinnvoll sein sie mit anderen Methoden zu entfernen. Man kann sie auch mit Laser behandeln, vereisen, bestrahlen, chemotherapieren, abschaben oder mit Photodynamischer Therapie verkleinern. Wir beraten Sie, was für Sie sinnvoll ist.
Achten Sie gut auf Ihre Haut und kommen Sie bei verdächtigen Stellen (Siehe Hautkrebsvorsorge; ABCDE Regel) in unsere Praxis.
Was wird bei der Diagnose Melanom getan?
Die Tumortiefe wird per Ultraschall untersucht. Ist die kleiner als ein Millimeter ist das Risiko für Tochtergeschwulste sehr gering. Wird das Melanom entfernt, ist der Patient meist geheilt.
Bei größeren Melanomen wird untersucht, ob Krebszellen in die Lymphknoten gelangt sind. Dazu wird nahe des Melanoms Farbe in die Haut gespritzt. Die wird von der Lymphe abtransportiert und in Lymphknoten gespeichert. Die gefärbten Knoten (Sentinel - Lymphknoten) werden entfernt und auf Krebs untersucht. Tumorzellen hätten den selben Weg genommen, sie müssten also in diesen blauen Knoten zu finden sein. Sind die Lymphknoten tumorfrei ist die Chance groß, dass es auch sonst keine Metastasen gibt.
Melanome werden immer mit großem Abstand im gesunden Gewebe entfernt, um keine Zellen im Körper zu lassen oder durch die OP Zellen in die Blutbahn zu bringen.
Nach der Entfernung und der Einschätzung der Gefährlichkeit des Tumors wird entschieden, wie oft und auf welche Weise eine Nachuntersuchung gemacht wird.
Dazu gibt es die Tumormarker S100 und MIA, die aus einer Blutprobe bestimmt werden können. Bei Melanomen sind diese oft, aber nicht immer erhöht. Sind sie vor der Tumor OP hoch und nachher niedrig, ist der Tumor wahrscheinlich sensibel für diese Marker. Steigen sie nicht an wächst keine Metastase.
Wie schütze ich mich optimal vor der Sonne?
Maß halten schützt vor fast allem. Bei Arbeiten und anderen Aktivitäten in der Sonne sollten sie wenn möglich lange Kleidung und Mütze tragen, sie schützen besser als jede Creme.
Sonnencremes schützen unterschiedlich stark, je nach Lichtschutzfaktor.
Aber welchen Lichtschutzfaktor brauchen sie?
Das hängt von ihrem Hauttyp und dem Urlaubsort ab.
Jeder Ort auf der Welt hat einen UV-Index, der vom Deutschen Wetterdienst bestimmt wird. (http://orias.dwd.de/promote/index.jsp) Dieser Index beschreibt die Stärke der Sonnenstrahlen vor Ort. In Deutschland ist der Index bei 5, in Südspanien bei 7 und um den Äquator bei 14 - bei wolkenlosem Himmel.
Wie im Artikel Hauttyp und Hautpflege beschrieben gibt es verschiedene Hauttypen. Hauttyp I hat weisse Haut, meist rotes Haar und verbrennt schnell in der Sonne. Um die 70% in Deutschland haben den Hauttyp III, blond - braunes Haar und relativ schnell bräunende Haut.
Um den passenden Lichtschutzfaktor zu bestimmen müssen Sie den UV Index mit einem Faktor für ihren Hauttyp multiplizieren. Der ist bei Hauttyp III 2, bei Typ II 3 und bei Typ I 4. Ein Beispiel:
Sie machen Urlaub in Spanien, und haben Hauttyp III. Dann brauchen sie eine Creme mit Lichtschutzfaktor von wenigstens 14 (2x7). Mit Hauttyp I wäre es der Faktor 28 (4x7) mit Hauttyp II 21 (3x7).
Dies sind Laborwerte, darum nehmen Sie im Zweifel besser einen höheren Faktor.
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