Borrelien (Lyme-Borreliose) und FSME
Was tun bei Zeckenbissen? Was sind Symptome der Borreliose, wie äussert sie die FSME? Warum bleibt die Borreliose oft unerkannt und welche Therapien gibt es?
Sollten Sie unsicher sein, ob Sie von einer Zecke gebissen wurden oder evtl. eine Borrelieninfektion haben, dann vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
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Wo und wann besteht die größte Gefahr von Zecken gebissen zu werden?
Entgegen der landläufigen Meinung, Zecken würden sich im Wald von Bäumen fallen lassen, besteht die größte Gefahr bei einem Picknick oder einem Spaziergang auf einer Wiese.
Zecken warten auf Grashalmen oder Sträuchern auf ihre Opfer, die sie beim Gehen von ihrem Halm abstreifen. Sie selbst können nicht springen, nicht einmal besonders schnell krabbeln. Lange Kleidung kann daher vor einem Biss schützen.
Das Verbreitungsgebiet der Schildzecke (Ixodidae), ist - bis auf die kalten Pole - die gesamte Welt. Hierzulande ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) vorherrschend, aber auch andere Zeckenarten sind durch den Klimawandel auf dem Vormarsch
Hauptsächlich sind die Zecken von Frühjahr bis Sommer, bei einer Temperatur von über 10°C aktiv. Es wurden aber auch schon Menschen in milden Wintern gebissen. An heissen, trockenen Sommertagen graben sich die Zecken im Boden ein.
Mit Borreliose infizierte Zecken, die sich beim Biss von Waldtieren angesteckt haben, gibt es praktisch überall. Die Rate der Zecken mit Borrelieninfektionen schwankt europaweit zwischen 20% und 50%.
Von Region zu Region unterschiedlich ist die Infektionsrate mit der FSME. Momentan sind Infektionsfälle fast ausschliesslich in Süddeutschland bekannt. Außerdem gilt Österreich und ein großer Teil Ost-Europas als Endemiegebiet.
Welche Gefahren können von Zeckenbissen ausgehen?
Wie beschrieben gibt es zwei verbreitete Krankheiten (Borrelien und FSME), die durch Zeckenbisse übertragen werden.
Borreliose
Die Borreliose ist eine Krankheit, die durch Borrelien übertragen wird. Die Bakterien gelangen zunächst in den Darm, dann in die Speicheldrüsen der Zecke.
Bei einem Biss kommt es in 6% der Fälle zu einer Infektion, aber nur in ca. 1% der Fälle zu Symptomen einer Krankheit. In Deutschland beläuft sich die Zahl der Erkrankungen pro Jahr auf 30.000 - 100.000. Durch eine rasche und saubere Entfernung kann das Infektionsrisiko gering gehalten werden.
Eine unbehandelte Borreliose kann zu Rheuma ähnlichen Beschwerden führen, sowie Herz, Nerven und andere Organe schädigen. Viele Patienten werden Jahre lang wegen unklarer Fuß - und Gelenkschmerzen oder anderer Beschwerden behandelt.
FSME (Frühsommermeningoencephalitis)
Die FSME - Viren infizieren den Menschen beim Beissen, da sie in der Speiseldrüse der Zecken sitzen. Allerdings sind selbst in Endemiegebieten nur 0,1-1% der Zecken infiziert. 70% der Erkrankten bleiben symptomlos. Jährlich erkranken etwa 600 Personen in Deutschland an FSME. Besonders Waldarbeiter, Jäger und Gärtnersind von einer Infektion gefährdet und sollten sich gegen FSME impfen lassen.
Die Gefahr der FSME Infektion besteht in einem Befall der Hirnhäute oder des Gehirnes, der dauerhafte Schäden anrichten kann. Man rechnet in ungefähr fünf bis zehn Prozent mit dieser schwersten Form der Infektion, die immer im Krankenhaus behandelt werden muß.
Ich habe eine Zecke an mir gefunden, was soll ich mit ihr machen?
Ziehen Sie diese mit einer spitzen Pinzette ganz langsam gerade heraus. Sie dürfen den hinteren Körperabschnitt weder drehen noch quetschen. Alternativ können Sie die Zecke mit einer Nadel "heraushebeln" indem Sie mit der Nadelspitze direkt auf der Hautoberfläche unter der Zecke ansetzen.
Benutzen Sie unter keinen Umständen -Lösungsmittel- wie Alkohol oder Spiritus, wie es bis vor wenigen Jahren geraten wurde. Die Zecken ersticken und mehr Körperflüssigkeit tritt in die Wunde. So kann es unnötiger Weise zu einer Borrelieninfektionen kommen. Es wird vermutet, das die meisten Infektionen auf nicht fachgemäße Entfernungen zurück gehen. Die Zecke sollte vollständig entfernt werden. Wenn Sie unsicher sind, dann kommen Sie unsere Praxis. Wir helfen Ihnen gerne.
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Welche Beschwerden können auftreten, wenn eine Zecke mich infiziert hat?
Bei einer Borrelioseinfektion tritt häufig aber nicht immer die Wanderröte (Erythema migrans) auf. Allerdings zeigt sich nur bei 20% der Borrelioseninfizierten der weitläufig bekannte rote Ring. Das bedeutet: in 80% der Borrelieninfektionen sehen Sie KEINEN roten Ring um die Bissstelle. Die Wanderröte kann um den Biss herum nach 5-10 Tagen beginnen und sich über Tagen und Wochen langsam im Radius vergrößern. Dazu können grippeähnliche Symptome auftreten.
Wenn die Borreliose nicht mit Antibiotika behandelt wird, verteilen sich die Borrelien in den nächsten Wochen im Körper. Typischer Weise kommt es zu Müdigkeit und Schwäche, plötzlichen Schweissausbrüchen, Herzrasen, Nervenschäden, wie Sehstörungen, Schwindel und Missempfindungen. Die Palette der möglichen Symptome einer chronischen Borelliose ist sehr groß.
Manche Patienten berichten über Wochen der Schwäche, in denen sie kaum oder gar nicht arbeiten konnten. Viele machen eine Odysee durch, bis an die Diagnose Borreliose gedacht und eine Laboruntersuchung einleitet wird.
Eine Infektion mit FSME zeigt sich auch meist an Grippesymptomen, bei der gefährlicheren Hirnhaut - und Hirnentzündung klagen die Patienten über Nackensteife und Kopfschmerzen, starke Übelkeit, Fieber und können sogar ins Koma fallen.
Wie werden Borreliose und FSME therapiert?
Die Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden, in der Anfangsphase einer Erkrankung reicht eine Therapie über 10 Tage meist aus. Wenn die Infektion länger zurückliegt und sich auf den Körper ausgebreitet hat, kann auch eine längere Behandlung evtl. mit Antibiotikainfusionen notwendig werden.
Gegen die FSME gibt es noch keine Therapie, die die Krankheit von der Wurzel her bekämpft. Im schlimmsten Fall können nur die Symptome behandelt werden. Es wird darum allen gefährdeten Berufsgruppen zu einer Impfung geraten. Mögliche Nebenwirkungen einer Impfung sind zu beachten.
Wie kann ich mich am besten schützen?
- Vermeiden sie Streifzüge durch Wälder mit dichtem Bodenbewuchs oder hohe Wiesen.
- Benutzen sie Insektenspray. Sie halten Zecken in der Zeit ihrer Wirkung von der Haut teilweise fern. Danach können die Zecken aber immer noch von der Kleidung auf die Haut krabbeln.
- Stecken sie die Hosenbeine in die Strümpfe.
- Untersuchen Sie nach einem Spaziergang ihren Körper auf Zecken. Wenn Sie die Zecke gleich entfernen sinkt das Infektionsrisiko deutlich.
- Lassen Sie sich gegen FSME Impfen, wenn sie viel im Freien unterwegs sind bzw. zur Risikogruppe gehören.
- Kommen sie nach einem Zeckenbiss zur Kontrolle in eine Arztpraxis. Etwa 6 Wochen nach dem Biss kann im Zweifel eine Blutuntersuchung Infektionen sichern oder ausschliessen.
Sie sind sich weiterhin unsicher oder haben offene Fragen nach einem (möglichen) Zeckenbiss. Dann vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin in unserer Praxis.
Telefon 0 61 73 - 95 29 33
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