Hautarzt Dr. med. C. Gündogan - Kronberg im Taunus Tel. 0 61 73 - 95 29 33



Rosacea/Couperose und die periorale Dermatitis


 

Wie entsteht die Rosacea/ Couperose?


Das ist noch nicht im Detail geklärt. Sicher ist, dass zwei Faktoren zusammenkommen, eine gestörte Gefäsregulation und Hautdestruktionen. Die Gefässe öffnen sich unnötig weit, die Äderchen unter der Gesichtshaut füllen sich mit Blut. Es kommt zur Gesichtsröte. Dies ist bei Emotionen oder als Reaktion z.B. auf scharfes Essen oder Alkohol (s.u.) durchaus normal. Bei entsprechender Veranlagung kann dieser Flush aber anhalten, weil die Gefässe sich nicht mehr von selbst schliessen. Diese Rötung des Gesichtes in der ersten Phase der Erkrankung wird als Couperose  (Kupferfinnen) bezeichnet.

Als Ursache wird auch diskutiert, dass die Anlagen ererbt sind, so wie eine Zerstörung der Gefäße durch Hautentzündungen. So bekommen signifikant mehr Menschen die Rosacea die in der Jugend mit Akne zu tun hatten.

Außerdem gibt es Zeichen, die auf einen Zusammenhang mit Magen -  Darmerkrankungen hinweisen. Die Besiedlung mit bestimmten Hefepilzen soll Ursache für die Hauterkrankung sein. Psychisches Leid z.B. durch Stress oder Trauer löst Schübe aus.  Das Thema bleibt Inhalt zahlreicher Forschungen.




Ist die Rosacea eine häufige Krankheit?


Mit über vier Millionen Erkrankten, ca. 2,5% der Einwohner der Bundesrepublik, kann von einer Volkskrankheit gesprochen werden. Je weiter man nach Norden geht, um so häufiger tritt sie auf. Früher wurde die Rosacea auch der "Fluch der Kelten" genannt. Die vermehrte Anfälligkeit für die Rosacea hängt mit dem für kältere Länder typischen hellen Hauttyp zusammen. In den skandinavischen Ländern, wo fasst alle Menschen hellhäutig und blond bzw. rothaarig sind, erkranken um die zehn Prozent der Menschen an der Rosacea. Je weiter man nach Süden in sonnigere Regionen kommt, um so seltener ist die Krankheit.




Welche Stadien gibt es?


Die Rosacea verläuft in drei unterschiedlich schweren Stadien. Grundsätzlich verbessern sich die Heilungsaussichten, wenn früh und konsequent therapiert wird.


Stadium I

Das erythematös - teleangiektatische Stadium. Diese unhandlichen Fremdworte beschreiben die gerötete Haut und durchscheinenden Ãderchen, die jetzt die Krankheit  beherrschen. Die Rötung tritt meist in den zentralen Gesichtspartien um die Nase, an Wangen und Stirn auf und geht mit Hitzegefühl und Spannung der Haut einher. Extreme Temperaturen, scharfes oder heißes Essen und Alkohol können die Rötung hervorrufen. Sie verbleibt zuerst Stunden dann Tage später ständig auf der Gesichtshaut


Stadium II

Im Papulopustulösen Stadium kommen zu der Rötung noch Bläschen und Knoten hinzu. Die Haut verfärbt sich oft dunkelrot, während die Erkrankung weiter in die äußere Gesichtspartien fortschreiten kann. Die Blasen heilen ohne Narbenbildung aus. Die Haut wird zunehmend rauer und höckriger, sie wirkt wie aufgerieben.


Stadium III

Im letzten Stadium kommt ein Ödem, eine Schwellung unter der Haut zum Krankheitsbild dazu. In diesem Stadium kommt es bei 7-10% der betroffenen Männern, sehr selten auch bei Frauen, zur Bildung eines Rhinophyms. Diese auch als Kartoffel - oder Knollennase genannte Vergrößerung des Riechorgans wurde früher zu unrecht dem Alkohol zugeschrieben.




Ist die Rosacea ansteckend oder auf andere Art gefährlich?


Gefahr der Ansteckung besteht nicht. Die Rosacea kann zwar durch äußere Einflüsse ausgelöst und verschlimmert werden, die Ursache liegt aber immer in der Anlage des einzelnen.

Eine Komplikation, die schwerwiegende Folgen haben kann ist die Beteiligung der Augenpartie. Bei ca 2-5% der Erkrankten kommt es zu einer Bindehautendzündung (Konjunktivitis) oder Lidendzündung (Blepharitis). Unbehandelt kann aus diesen eine Hornhautentzündung (Keratitis) entstehen, die im schlimmsten Falle zur Erblindung führt.

Um diesem schlimmsten Fall vorzubeugen, arbeiten wir eng mit den hiesigen Augenärzten zusammen.




Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?


Im Stadium I und II werden sehr gute Erfolge mit einer mehrwöchigen Metronidazolbehandlung der Haut erzielt. Im Einzelfall kann auch eine lokale Antibiotikatherapie angezeigt sein.

Bei fortschreitender Erkrankung in Stadium II bis III ist eine systemische Therapie durch Tabletten notwendig um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Hier kommt neben Metronidazol und Antibiotika auch 13-cis-Retinat in Frage, ein Medikament aus der Aknebehandlung, welches chemisch von Vitamin A ableitet ist.

Man kann selber mit der Soby - Massage die Therapie unterstützen.

Kosmetisch können die Teleangiektasien durch eine Laserbehandlung verödet werden. Durch die Hitze wird das Gefäß geschlossen und es kann kein Blut mehr hindurch fließen.

Ein Rhinophym kann unter  Lokalanästhesie abgetragen und die Nase wieder hergerichtet werden.




Wie lange wird die Therapie dauern?


Die Therapie der Rosacea ist langwierig und braucht viel Geduld. Erfolge stellen sich erst nach Wochen, manchmal Monaten ein. Bleiben Sie zuversichtlich und versuchen Sie die Heilung selbst zu unterstützen!




Übernehmen private Krankenversicherungen die Behandlungskosten?

Das ist je nach Art und Ausprägung der Gefäßveränderungen sehr unterschiedlich. Die Behandlung mittels Laser gehört jedoch heute zum Standardverfahren bei bestimmten Gefäßveränderungen. Der Arzt legt grundsätzlich die Behandlungsmethode fest und kann im Bedarfsfall auch eine Stellungnahme gegenüber der Versicherung begründen.

Sprechen Sie mit uns. Wir sind Ihnen auch diesbezüglich gerne behilflich.

Sie möchten unsere Laserbehandlungen privat in Anspruch nehmen (Selbstzahler)? Dann laden Sie sich hier unsere Behandlungspreise herunter. 




Wie kann ich die Therapie im Alltag unterstützen?


Wichtig ist vor allem auslösende Einflüsse zu meiden. Sie kennen ihren Körper am besten und merken schnell, auf was er reagiert.

Abgeraten wird von:

-         Alkohol

-         scharfen Speisen

-         Hitze

-         Kälte

-         Sonnenbädern (wenn, dann mit nicht fettenden Cremes mit hohem Schutzgrad)

-         heissen Getränken

-         fettenden Cremes bzw. Make ups

-         Kosmetika mit Duft- und Konservierungstoffen

-         stark reizende oder alkoholische Waschlotionen

-         übermäßigem Stress

Waschen sie sich mit hautschonenden Lotionen, wenn möglich mit milden Seifen oder Syndets.

Sie können die Heilung zusätzlich mit der Soby - Massage fördern. Paul Soby, ein dänischer Arzt, hat diese Selbstmassagetechnik in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. Als einfach erlernbare Form der Lymphdrainage wirkt sie direkt auf das Krankheitsgeschehen. Außerdem hilft sie indirekt einem Krankheitsschub entgegen zuwirken, in dem sie den Stress senkt und entspannt.

Sie sollten sich täglich 5-15 Minuten Zeit nehmen. Cremen Sie vor der Massage ihr Gesicht mit nicht fettender Creme ein, um die Haut weicher zu machen. Arbeiten Sie mit langsamen kreisenden Bewegung, weder zu fest drückend noch zu stark ziehend. Sie werden selber merken, wann es unangenehm wird.

Beginnen Sie an der Stirn und massieren Sie sich langsam zu den Schläfen vor. Massieren Sie von der Nasenwurzel zu den Mundwinkeln, über die Wangen und zum Schluss um den Mund herum.

Beenden Sie die Massage mit ein paar Muskelübungen. Reissen Sie Mund und Augen auf, fletschen Sie die Zähne, ziehen Sie die Augenbrauen hoch und dann ganz zusammen, pressen Sie den Mund zusammen und lächeln Sie dann extrem.

Zum Schluss entspannen Sie das ganze Gesicht.

Sie werden sehen, dass ca. ein bis zwei Stunden nach der Massage der Flush verstärkt, anfangs evtl. sogar die Haut brennt, aber das vergeht. Die Gesichtsspannung wird sich angenehm verändern.




Und die periorale Dermatitis?


Diese vor allen bei Frauen zwischen 16 und 46 auftretende Erkrankung, die auch "Stewardessen- oder Mannequin-Krankheit" genannt wird, hat ihre Ursache in einer Zerstörung der Hautbarriere. Meist sind vermeindlich ungefährliche Pflegeprodukte wie Feuchtigkeitscremes oder cortisonhaltige Cremes auf einer anfäligen Haut Schuld am Ausbruch der Krankheit.

Wie bei der Rosacea kommt es zu einer Rötung der Haut mit Pickeln und Knoten. Diese entsteht aber, wie der Name schon sagt, um den Mund herum und ist heller als bei der Rosacea. Eindrücklich ist, dass wenige Millimeter um die Lippen herum die Haut gesund bleibt. Dies ist für den Arzt ein unträglicher Hinweis auf die periorale Dermatitis.




Wie wird die periorale Dermatitis behandelt?


Die Behandlung ähnelt der der Rosacea. Auch hier werden Metronidazol und Antibiotika eingesetzt. Hinzu kommen lokale Therapien mit Unguentum emusificans aquosum und Eucerin cum aqua.

Umschläge mit Schwarztee lindern zusätzlich die Symptome. Cortisonhaltige Cremes sollten dringend gemieden werden. Ebenso sollte auf alle reizenden Kosmetika verzichtet werden.

Eine Behandlung mit Steroiden (Cortison) bringt zwar Linderung, nach kurzer Zeit kommen die Hautveränderungen aber schlimmer als vorher zurück.

Wie bei der Rosacea kann sich die Behandlung über einen langen Zeitraum ziehen und braucht ihre ganze Geduld und Zuversicht.

 




 

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